Dokumentartheater über deutsche Kriegsheimkehrer aus sowjetischen Gefangenenlagern

 

Premiere: 1. August 2020 20:00 Uhr Museumsbahnhof Bad Bederkesa, Bahnhofstraße 18, 27624 Geestland

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs befanden sich über drei Millionen deutsche Soldaten in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. 1947 vereinbarten die Außenminister der Alliierten, dass alle überlebenden Kriegsgefangenen in die Heimat zurückgeschickt werden. Doch für viele sollte es noch Jahre dauern, bis sie zu ihren Familien zurückkehren konnten.

Der Autor und Regisseur Jens-Erwin Siemssen hat die letzten noch lebenden Zeitzeugen besucht. Sie erzählten, wie sie als Jugendliche in der Hitlerjugend verblendet wurden, auf den Schlachtfeldern der Ostfront dem Tod ins Auge sahen und ihre Jugendjahre in Arbeitslagern verbringen mussten.

KOMME BALD! hat in Frankfurt/Oder, wo sich einst das wichtigste Aufnahmelager für die Verteilung von Kriegsheimkehrern in die Besatzungszonen befand, Premiere. Von dort aus fährt das russisch-deutsche Ensemble auf dem Schienenweg durch Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen.

Das Projekt entstand in Koproduktion mit dem Landesverband Freier Theater in Niedersachsen und dem Kleist Forum Frankfurt (Oder).

Ensemble

Elisabeth Müller wuchs in Kasachstan auf und zog 1990 nach Deutschland um. Sie studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg Schauspiel und arbeitete viele Jahre an verschiedenen Theatern in Deutschland. Nach Ihrem Festengagement am Münchner Volkstheater zog Sie nach Berlin, wo Sie auch jetzt noch mit Ihrer Familie lebt. Sie arbeitete schon mehrmals mit dem Theater Das Letzte Kleinod zusammen, im Jahr 2019 war Sie mit auf Tournee mit der Vorstellung „Gesalzene Wassermelonen“ in Kasachstan, Usbekistan und Russland.

Natalia Voskoboynikova ist in Sibirien geborene und studierte Musiktheater an der Hochschule Franz Liszt in Weimar. Anschließend fand sie die größte Inspiration im Bereich des Physical Theater. Während der engen Zusammenarbeit mit verschiedenen Theatern wie Song Of The Goat Theater Company (Breslau), Leggere Strutture Art Factory (Bologna), F.A.C.E. Visual Performing Arts (Köln), und Theater Anu (Berlin) erfuhr sie einen völlig neuen Spielraum für Stimme und Bewegung. „KOMME BALD!“ ist die erste Zusammenarbeit mit dem Theater Das Letzte Kleinod.

Margarita Wiesner wurde in Kasachstan geboren und studierte von 2007 bis 2011 Schauspiel an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Festengagements führten sie 2010 bis 2014 an die WLB Esslingen und an das LTT in Tübingen. Für „Gespräche mit Astronauten“ wurde sie 2011 von der Fachzeitschrift „Theater heute“ als beste Nachwuchs-Schauspielerin des Jahres nominiert. Margarita Wiesner arbeitet seit 2016 mit dem Theater Das Letzte Kleinod zusammen und spielte ebenfalls in der Vorstellung „Gesalzene Wassermelonen“ in Kasachstan, Usbekistan und Russland.

Regina Winter wurde in Kasachstan geboren und lebte die ersten Jahre bei ihren Russlanddeutschen Großeltern, bevor ihre Familie als Spätaussiedler nach Deutschland kam. Musikalisch in Hessen aufgewachsen, studierte sie Schauspiel in Leipzig und ist seitdem als Schauspielerin, Sängerin und Synchronsprecherin tätig. Regina liegt das Projekt des Theaters Das letzte Kleinod, bei dem sie erstmalig dabei ist, besonders am Herzen, da es sie und ihre Geschichte als Russlanddeutsche persönlich betrifft.

Mitwirkende:

Buch und Regie: Jens-Erwin Siemssen

Kommunikation: Juliane Lenssen

Referentin: Lina von Kries

Produktion: Nastazia Stoppenbach, Ulrike Marski

Kostümbild: Sophia Lund

Regieassistenz: Alice Sawadski

Technik: Cordt Forster, Julian Röhl

Büro: Nina Dunker

Catering: Freya Fiedler

Assistenz: Ingrid Voss

Layout: Karin Fröhling

Ein Projekt im Rahmen des Themenjahres »KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg – Kulturland Brandenburg 2020«. Kulturland Brandenburg 2020 wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg. In Koproduktion mit dem Kleist Forum Frankfurt (Oder) und mit freundlicher Unterstützung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Mittel des Landes Niedersachsen, Mittel des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Mittel des Landes Sachsen-Anhalt, Kulturstiftung des Freistaats Thüringen, Stiftung Niedersachsen, Landschaftsverband Stade mit Mitteln des Landes Niedersachsen, Kulturbüro Frankfurt (Oder), brandenburgische Sparkassen, Investitionsbank des Landes Brandenburg, Landeshauptstadt Erfurt, Stadt Weißenfels, Stadt Eisenach, Stadt Fürstenwalde/ Spree, Landkreis Oder-Spree, Landkreis Wittenberg, Landkreis Osterholz und Landkreis Cuxhaven.