
In einem Jugendtheater-Workshop entwickelten ca. 20 Jugendliche des JMD Cuxhaven unter der theaterpädagogischen Leitung von Juliane Lenssen Theater-Szenen zum Thema „Cat Calling“. Cat-calling (deutsch etwa „Katzen-Rufen“) bezeichnet anzügliches Rufen, Reden, Pfeifen oder sonstige Laute im öffentlichen Raum, wie das Hinterherrufen sowie Nachpfeifen für gewöhnlich durch Männer gegenüber Frauen bzw. auch Jungs gegenüber Mädchen.
Dieser Workshop richtete sich sowohl an Mädchen als auch Jungen, denn Jungs sollten erfahren, wie Mädchen diese manchmal als „Komplimente“ getarnten Bemerkungen empfinden. Als zusätzliche Ebene kommen social media dazu, wo quasi „verdeckt“ Cat Calling stattfinden kann. Mädchen machen in sämtlichen Altersgruppen die Erfahrungen, dass ihr Aussehen kommentiert wird. Was bedeutet das für sie und was macht das mit der Persönlichkeit? Wie empfindet das Mädchen oder die junge Frau sich selbst, wenn ungefragt Kommentare zu ihrem Äußeren gemacht werden – vermeintlich positiv, häufig aber auch eindeutig negativ? Wo erleben Jungs Ähnliches?
Die Jugendlichen erstellten einen Fragenkatalog zum Thema und interviewten sich gegenseitig, sowie Passant:innen auf der Straße. Aus dem Interview-Material und eigenen Gedanken zum Thema entwickelten die Jugendlichen Szenen mit Mitteln des Theaters, Gesang, Musik und Choreografie.
Während des Workshops fanden auch Aktionen in der Umgebung statt, wo „Cat Calling“ stattgefunden hat oder um auf das Thema aufmerksam zu machen. Dort wurde mit Straßenkreide etwas notiert und „angekreidet“, sodass es öffentlich sichtbar wurde. Unter dem Hashtag #catcallingcuxhaven und #catcallsofcux wurde über social media auf das Projekt aufmerksam gemacht, die Jugendlichen teilten die Beiträge in ihren Instagram-accounts.
Präsentation von „Cat Calling Cuxhaven“ im Gemeindesaal der Martinskirche in Cuxhaven,
Sonntag, 29.5. 2022 um 16 Uhr
Das Projekt fand statt im Rahmen des Vorhabens „Lern-Räume“ im Aktionsprogramm „Startklar in die Zukunft“.