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GESALZENE WASSERMELONEN

Dokumentartheater über die Geschichte der Russlanddeutschen

 

Premiere, 06.05.2018, Wolfenbüttel

 

Es klang wie das Paradies, als Katharina die Große die Deutschen an die Wolga holte. Die verarmten Bauernfamilien bekamen fruchtbare Äcker, konnten ihre Religion ausüben und wurden vom Militärdienst befreit. Doch dann bezichtigte Stalin die Deutschen 1941 als Kollaborateure und deportierte sie zur Zwangsarbeit nach Sibirien und Kasachstan. Nach dem Zerfall der Sowjetunion siedelten hunderttausende Deutschstämmige in die Bundesrepublik über. Immer noch kommen jährlich tausende von Aussiedlern überwiegend aus Kasachstan im Auffanglager Friedland an.

 

Das Theater Das Letzte Kleinod ging auf Spurensuche in Kasachstan. Der Autor und Regisseur Jens-Erwin Siemssen besuchte Mitglieder der Deutschen Minderheit. Er sprach mit den Alten, mit Zurückgekehrten, mit Funktionären und Politikern. Die Zeitzeugen erzählten vom Hausen in Erdlöchern, schwerster Bauarbeit bei klirrender Kälte und den Verhaftungswellen unter Stalin. Aus den Interviews entstehen die Motive der Theatervorstellung.

 

Das Projekt wird unter dem Titel „Gesalzene Wassermelonen“ in Eisenbahnwaggons inszeniert und geht auf dem Lessing-Festival in Wolfenbüttel in Premiere. Im Herbst wird eine russischsprachige Fassung in Kasachstan gespielt, anschließend wird die Vorstellung an Bahnhöfen im Elbe-Weser-Dreieck aufgeführt.

 

 

WILHELM*INA

Eine dokumentarische Theatervorstellung über das Exil von Wilhelm II

 

Premiere, 21.06.2018, Frankfurt/ Oder

 

November 1918, der erste Weltkrieg geht zu Ende, Europa liegt in Schutt und Asche. Kaiser Wilhelm II verliert die Kontrolle über die Armee und geht mit seinem Zug auf die Flucht. An einem kleinen niederländischen Grenzbahnhof wartet er auf die Gewährung von Asyl. Die niederländische Königin Wilhelmina zögert, den Deutschen Kaiser ins Land zu lassen, der von den Alliierten als Kriegsverbrecher verfolgt wird. Doch schließlich lässt sie das Signal auf freie Fahrt stellen. Eine absurde Geschichte beginnt, mehr als zwei Jahrzehnte wird der ungebetene Gast im niederländischen Exil verbringen.  

Die Geschichte des abgedankten Kaisers ist der Anlass eines reisenden Europäischen Theaterprojektes, das im Sommer 2018 auf der Eisenbahn in Deutschland und in den Niederlanden auf die Schiene geht. In und auf einem Güterzug werden Objekte aus dem Privatbesitz von Wilhelm II installiert und von Schauspieler*innen aus beiden Ländern in einer dokumentarischen Theateraufführung in Szene gesetzt. Die mobile Vorstellung macht an Bahnhöfen entlang der damaligen Fluchtroute Station. Das Projekt WILHELM*INA entsteht in Zusammenarbeit des Theaters Das Letzte Kleinod (Deutschland) mit dem Museum Haus Doorn (Niederlande) und wird von Theatermachern und Museumskuratoren aus beiden Ländern realisiert. Die Vorstellung wird im Sommer 2018 an den Bahnhöfen von Frankfurt/Oder, Potsdam, Hannover, Osnabrück, Utrecht (NL) und Geestenseth gespielt.

 

 

AFGHANISTAN

Dokumentartheater über den Alltag in Afghanistan

 

Premiere, tba

 

Im Herbst 2017 realisierte Das Letzte Kleinod mit der Produktion „Wir haben die Angst gefressen“ ein Stück über syrische Geflüchtete. Dieses Projekt tourte erfolgreich durch das Elbe-Weser-Dreieck und wurde jetzt für das BestOff-Festival der Stiftung Niedersachsen ausgezeichnet. Im Spätsommer widmet sich eine neue dokumentarische Theatervorstellung der Geschichte von Geflüchteten aus Afghanistan. Das Stück handeln von der Kindheit, vom Leben in der Familie und in der Nachbarschaft sowie von der täglichen Konfrontation mit Krieg und Terror in Afghanistan. Es zeigt das Leben in einem Land, das von unserer Politik als sicheres Herkunftsland bezeichnet wird. Das Stück entsteht nach Interviews mit Geflüchteten, die im Landkreis Cuxhaven wohnen. Die Vorstellung ist im September 2018 im Elbe-WeserDreieck zu sehen.

 

 

 
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