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Bericht von einem, der nach Grönland fährt und Flugangst hat

Von Frank

 

Die Tour beginnt. Flug Nr. 1 von Hamburg nach Kopenhagen. Noch zwei Stunden bis zum Abflug. Mir ist schlecht. Die Anspannung ist im ganzen Körper zu spüren. Check-in, meine Tasche liegt auf dem Fließband. Sicherheitskontrolle, selbst die Schuhe muss ich ausziehen. Ab in den Bus zum Flugzeug. Es gibt kein zurück mehr. Platz suchen und anschnallen. (Ich würde gerne wieder rausgehen.) Die Türen werden geschlossen. Triebwerke werden gestartet und ab die Post. Die Hände sind sehr feucht, der Puls stark erhöht. Ich komme mit der Atmung nicht hinterher. Wir sind in der Luft. Langsam entspannt sich der ganze Körper etwas. Dann geht's schon wieder zur Landung. Das gleiche Spiel von vorn. Wir sind unten. Es ist vollbracht.

Flug Nr. 2.  Kopenhagen - Reykjavik. Es geht wieder los. Die Anspannung ist nicht mehr ganz so groß, aber noch erheblich. Rauf, runter, wie gehabt. Wir sind in Island.

Flug Nr. 3. Reykjavik - Nuuk. Bin eigentlich ganz entspannt, bis ich mitkriege, dass wir mit einer zweimotorigen Propellermaschine (ca. 40 Plätze) fliegen. Die ganze Scheiße geht wieder von vorn los. Nach einiger Zeit habe ich meine Angst vergessen: Wir überfliegen einen Teil von Grönland. Erste Eisberge sind zu sehen, Wasser in den unterschiedlichsten Farben, Berge. Anflug auf Nuuk: Die Landebahn sieht sehr kurz aus. Es geht runter, und zack wir stehen.
Hallo Grönland!

Flug Nr. 4. Nuuk - Uummannaq. Heute ein echter Härtetest. Wir müssen viermal starten und landen. Bin sehr entspannt. Es macht mir nichts aus. Unglaublich, wie schnell ich mich an das Fliegen gewöhnt habe. Wir überfliegen riesige Gletscher. Eisberge, soweit wir nur gucken können. Dann Landung auf einer Schotterpiste. Ein Erlebnis. Jetzt das Highlight des Tages. Die letzte Etappe fliegen wir mit einem Helikopter. Acht Sitzplätze sind vorhanden. Das Gepäck baumelt vor unseren Nasen. Die Anspannung kehrt zurück! Anschnallen und Gehörschutz auf. Der Motor wird gestartet und das ganze Ding fängt an zu wackeln. Mir ist recht mulmig. Jetzt hebt er ab. Und was soll ich sagen? Es ist ein geiles Gefühl. Sehr sanft wird man in die Luft gehoben. Als werde man auf Händen getragen. Landung. Wir sind auf Uummannaq. Nördlich des Polarkreises. Und ich habe es geschafft, meine Angst in eine Ecke zu stellen, in der sie hoffentlich lange bleibt...

 
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