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Das Hemmschuhgefühl

Kurz vor Stop

11. Juni 2012 / ULS

 

Seit heute haben wir musikalische Verstärkung. Die Bläsertruppe hat sichtlich Spaß hier draußen am Meer und wir mit ihnen. Angesichts der neuen Kollegen fällt uns auf, wieviel Ungewöhnliches für uns in den letzten Tagen Normalität geworden ist. Geräusche, Bewegungen und andere Eigenheiten des Spielorts werden erklärt. Die größte Freude bereitet mir folgender Zuruf: "Lasst die Jungs doch erst einmal das Hemmschuhgefühl kennenlernen!"

 

 

Schwimmendes Bühnenbild

Momentaufnahme

8. Juni 2012 / ULS

 

...und dann wurde es heute noch einmal richtig spannend. Uns wurde die Ankunft eines großen Schiffes angekündigt - und kurz sah es so aus, als müssten wir samt aller bislang aufgebauter Technik mit unserem Spielort um einige hundert Meter umziehen. Wir wussten, dass uns dies jederzeit passieren kann und trotzdem fingen wir alle an zu schwitzen.

 

Nun scheint es aber doch so, als könnten wir bleiben. Nur wie die Kulisse zum Stück genau aussehen wird, das was noch keiner. Wo genau wird ein Schiff stehen? Wie wird es aussehen? Der Hafen behält sein Eigenleben, und spielt auf seine Art mit. Aber bislang ist er ein ganz wunderbarer Akteur und wir sind zuversichtlich, dass das so bleibt.

 

 

Gabelstapler, unser Freund

Lampentransport

08. Juni 2012 / ULS

 

Ach was ist es schön, eine Theateraufführung im Industriehafen zu planen. Mal eben mit dem Gabelstabler eine Lampe zu ihrem Bestimmungsort transportieren, das ist hier kein Problem. Und unser Kassenhäuschen, das wir auf dem Gelände gesichtet haben, kann auch ganz einfach angefahren werden. Wie gut, dass Frank nun auch seinen Staplerschein hat...

 

 

Am Meer

4. Juni 2012/ JES

 

Hier wollte ich schon lange hin: wo für viele Auswanderer der Weg in die neue Welt begann, der junge Soldat Elvis grinsend Europa betrat und Filchners Expedition in die Antarktis begann. 

 

Bei Starkwind und Hagelschauer brachte die EVB unseren Zug auf die Columbuskaje. Von meinem Waggon könnte ich jetzt in die See spucken.

 

Bürofensterblicke

Fenster zur Probe

29. Mai 2012 / ULS

 

Ein wenig tröste ich mich damit, dass es bei acht Grad und Schlagregen sicherlich umgekehrt wäre - aber an Tagen wie heute beneide ich das Außenteam doch etwas von meinem Schreibtisch aus. Jeden Tag kommen die Schauspieler gebräunter zum Mittagessen, während ich maximal mit Druckertinte an den Fingern aufwarten kann. Andererseits bieten sich mir vor meinem Bürofenster immer wieder wunderbare Überraschungen: Gerade lag da noch ein leerer Parkplatz in frühsommerlicher Trägheit - nur kurz war ich in meine E-Mails vertieft - und prompt bin ich mitten in einer Theaterszene, scheinbar nur für mich gespielt. In Warnwesten und mit Hüten auf dem Kopf wirbeln die Schauspieler über den Platz, und besteigen in wechselnden Formationen einen offenen Zugwaggon. Ich kann den Text nicht verstehen und rätsele ein wenig, welche Szene wohl gerade geprobt wird. Dann wende ich mich wieder der Logistik zu, die unsere bevorstehende Reise auf die Columbuskaje mit sich bringt. Eine Reise, die unseren Zug  - und damit mein Büro - direkt an die Wesermündung bringen wird. Was ich dann wohl erst für Bürofensterblicke haben werde...      

 

Landexpedition

Landausflug

25. Mai 2012 / KIS

 

Nach einigen Tagen auf hoher See war heute der Tag für die erste Landexpedition mit der fast vollständig versammelten Mannschaft. Nach einiger Vorbereitungszeit, welche fast ausschließlich dem Schutz vor der Sonnenstrahlung diente, brachen wir in die Wildnis auf, die gleich hinter unserer Station beginnt und bisher von den meisten nur aus der Ferne betrachtet wurde. Ziel dieser Expedition war das Ausloten von Grenzen, die Verbesserung der Kommunikation und das Finden des besten Platzes für unsere Winterstation. Dabei konnten wir einheimische Flora und Fauna aus nächster Nähe bestaunen: Disteln, Brennnesseln, Butterblumen, Rehe, Hasen, Stockenten - um nur eine Auswahl zu nennen.

 

Nach ein paar Stunden wurde der Rückzug aus der grünen Wildnis angetreten, um uns dann –nach einer kurzen Pause bei Tee und teilweise auch Zwieback- der Einrichtung unseres Schiffes zu widmen. Das war durchaus eine hölzerne und sperrige Sache, der wir jedoch mit vereinter Kraft und großer Kreativität gemeinsam Herr wurden. Zur Verstärkung warten wir jedoch gespannt auf unser letztes Crewmitglied, welches erst nächste Woche zu uns an Bord kommt!

 

Tage auf hoher See

Probe am Silbersee

24. Mai 2012/ KIS


Wir sind nun seit einigen Tagen oft auf hoher See…Lagerkoller macht sich aber noch nicht breit. Könnte an dem guten Wetter liegen, was es uns ermöglicht uns viel auf Deck aufzuhalten. Die ersten zwei Tage mussten wir noch fleißig das Deck schrubben. Seevögel hatten es als Klosett benutzt, heute jedoch scheint es so, als ob sie sich an die Anwesenheit von Menschen in ihrem Biotop gewöhnt hätten und Rücksicht nähmen. Haben auch anderes Getier gesehen. Viele Robben in merkwürdiger Tarnkleidung. Blümchenmuster und Streifen scheinen sich in der Evolution durchgesetzt zu haben.Da wir keine Kartenspiele mithaben, müssen wir uns anders beschäftigen. Und so reden wir. Über uns und andere. Lästern kann man das aber nicht nennen, höchstens produktives Lästern. Aber ausschließlich über Anwesende.

 

Übergesetzt wird mit einem kleinen Gummiboot. Rudern ist nicht jedermanns Sache, durch erfahrene Seebären kommen wir jedoch immer an Deck bzw. Land an. Früher oder später zumindest.

Einigen Kollegen scheinen jedoch nie genug vom Wasser zu bekommen und schwimmen zurück. Sei ihnen gegönnt, im Südpolarmeer wird es ja schwierig mit dem Schwimmen gehen. Außerdem ist heute der vorerst letzte Tag auf/am See.

Aber Achtung lieber Silbersee: Die Besatzung der Deutschland plant schon eine Expedition zu dir zurück!

 

Der Materialverwandler

Multifunktionsrequisiten

Eine Palette ist eine Palette ist eine Palette? Weit gefehlt: hier werden sie zur Festtafel, zum schwankenden Schiffsboden, zum drehenden Eisberg, zum Weihnachtsbaum, zum Piguin, zu…


Der Waggon, das Eis, die Barriere

Im Eis

Bei 25°C plus versetzt man sich mal locker in -25°C. Alles eine Frage der Einstellung – deutlich am Horizont die vorbeitreibenden Eisberge. Oder war’s ein kalbender Gletscher?

Das Festmahl, die Palette, die Träger

Köstlicher Steinbutt wird gereicht

Hier wird gerade Steinbutt in zerlassener Butter serviert. Vom Regisseur nebst Regie-Assistenz höchstpersönlich. Wohl bekomm’s!

Das Stellwerk, die Stiefel, der leere Platz

Jule, für Das Letzte Kleinod unterwegs

 

Hier laufen weitere Drähte zusammen. Der Platz ist leer, schließlich habe ich gerade die Kamera in der Hand.


Die Schere, die Briefmarke, die Eintrittskarte

Claudia, die Frau an der Leitung

Bei Claudia laufen die Fäden zusammen und die Anrufe auf – das freut das Herz! Manchmal wären allerdings sechs Arme und vier Ohren hilfreich.


Die Technik, die Produktion, der Hammer

Frank, Ecki und Uli am Zug

Sie sind der Hammer: Uli organisiert den Zug, der zollfrei in den Hafen rein- und rausrollen soll. Frank & Ecki: sorgen dafür, dass das Publikum sicheren Fußes auf die K-Wagen steigen und bequem Platz nehmen kann.

Der Essensverwandlungskünstler

Meisterwerke des Kochs

Wer hält hier die Trauben, Apfelsinen & Nektarinen in der Hand? Und Leib & Seele zusammen? Unser gutester Rolf!

Filchner-Festessen

Das Menü aus dem Jahr 1911

20. Mai 2012 / ROS

 

„Glänzend weiß, strahlend blau, rabenschwarz, so leuchtet das Land im Sonnenlicht, märchenhaft schön, Spitze an Spitze, Gipfel an Gipfel, zerklüftet, wild wie kein anderes Land der Erde - so liegt es da, unbeachtet und unberührt.“ (Roald Amundsen 1911)

 

So beschrieb Roald Amundsen 1911 den Nordpol.

Ich durfte mich kulinarisch in diese Zeit zurückversetzen und hatte die Ehre das historische Menü von 1911 zu kochen. Dieses wurde anlässlich des Beginns der Südpol Expedition Filchners damals den hohen Herren und heute den Schauspielern des Stadttheaters Bremerhaven zubereitet.

 

Zu Beginn des Festessens war die gesamte Crew des Projektes versammelt. Malte hatte sich richtig schnieke gemacht und war der Steward, wir servierten das Menü nicht in Büfettform, stattdessen trug Malte die einzelnen Gänge, nachdem ich sie annonciert hatte, auf.Für mich war es ein besonderes Erlebnis, denn ich fühlte mich tatsächlich nach 1911 an Filchners Tafel zurückkatapultiert, wozu das Flair unseres ozeanblauen Zuges beitrug. Die Gäste und der Koch waren des Lobes voll.

 
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