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Dat Schiff war kalt (2008)

Das Letzte Kleinod inszenierte das leer stehende Seemannsheim im Fischereihafen von Bremerhaven. Ehemalige Bewohner und Bedienstete gaben Interviews über das Leben im alten Seemannsheim. In einer begehbaren Inszenierung wurden die Besucher in kleinen Gruppen durch die Räume des Gebäudes geführt. Anschließend waren im Erdgeschoss vier Dokumentarfilme mit Zeitzeugen aus dem Seemannsheim zu sehen.

 

 

  

  

 

Dann war man einfach lebenshungrig. Man ging vier- fünfmal ins Kino, am Tag. Abends ging man, ganz weit kamen wir gar nicht, wir kamen gar nicht bis Lehe

oder sonst wo hin. Geestemünde, dat war unser Revier. 

 

Nikolas Knauf

Seemann mit roter Mütze

 

 

 

 

 

 

 

Wenn wir denn zurückkamen von ner Fangreise, ja wohin? Entweder man blieb an Bord, da war aber niemand mehr, dat Schiff war kalt, Essen gabs nicht und man hätte sich dat selber machen müssen. Ja, dann ist man eben zum Seemannsheim hingegangen.

 

Claas Würfel

Seemann im Anzug

 

 

 

 

 

 

 

 

Denn waren auch weiße Bettwäsche. Und wenn sie denn, je nachdem, wie sie denn mal von See kamen, dann konnte es denn auch passieren, dass sie mit ihren Schuhen und Stiefeln auf der weißen Bettwäsche lagen, ne. Dann hörten sie auch gar nicht, wenn ich kam.

 

Elze van den Akker

Hausmutter

 

 

 

 

 

 

 

 

Und was er alles mitgebracht hatte für den Jungen. Also, auch als das zweite Kind geboren wurde. Das ganze Zimmer stand voller Blumen. Das hätte man so, wenn man so die Seeleute sieht, hätte man ihnen gar nicht zugetraut, nich?

 

Birgit Wieger

Seemann im Ölzeug

 

 

 

 

 

 

  

Und ich hab immer gesagt, wenn einer sagt: „Oh ich kann doch nicht für vierzig Leute kochen.“ „Wenn Du für vier kochen willst, dann nimmst du das ganze mal zehn und denn haste das.“ Ja, so einfach geht das.

 

Elke Groth, Annemarie Lükens,

Helga Schinkmann

Küchenfrauen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Almenrausch und Enzian, haben’s jedem angetan und das schöne Edelweiß liebt ein jeder heiß. Doch viel schöner als die drei ist ganz ohne Schmeichelei eine Alpenkönigin.

 

Gonny Gaakeer

Dame

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ging ja immer um Prozente. Der Kapitän zehn, die Matrosen ein Prozent oder irgend sowas war das, ja. Und auf den Kuttern sagen wir zweifünf. Dann waren sie zwei Tage da. Wenn sie ausliefen, war Null.

 

Roberto Widmer

Pastor 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn man Geld hatte, konnte man ganz ordentlich essen. Wenn man kein Geld hatte, dann gabs eben Bratkartoffeln und Spiegeleier. Das war das preiswerteste warme Essen.

 

Rolf Schmelzer

Koch

 

 

 

Buch und Regie: Jens-Erwin Siemssen/ Dramaturgie: Juliane Lenssen/ Spiel: Nikolas Knauf, Claas Würfel, Elze van den Akker, Birgit Wieger, Gonny Gaakeer, Roberto Widmer/ Weitere Mitwirkende: Elke Groth, Annemarie Lükens, Helga Schinkmann und Rolf Schmelzer/ Video: Reinhard Büsching/ Kostüm: Tanja Künzel/ Licht und Technik: Moritz Müller, Hendrik Borowski/ Regieassistenz: Sabrina Meyer

 
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