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Das Letzte Kleinod probt in Breddorf

von Simon

 

So! Da sind wir nun in... Moment mal, wie heißt das hier denn noch mal? Ich schau mal eben auf der Karte nach, hier sind wir nach Süden gefahren, dann nach Osten und.... hmmm... steht ja gar nicht drauf. Egal, wird schon seine Richtigkeit haben. Wir wohnen jetzt also wieder in einem stillgelegten Bahnhof, nur ein wenig abgelegener, hier fährt dann gar kein Zug mehr, dafür Draisinen und... wie bitte? Ach so, wir schlafen gar nicht im Bahnhof, sondern in Zelten. Na gut, also schnell die Zelte runter, bevor es anfängt zu regn... ach so, es regnet schon. Na gut, wir haben ja Regenzeug dabei und wir proben dann wohl im Güterschu... wie bitte? Ach so, wir proben draußen. Na gut, die frische Luft ist ja gesund und wir können dann ja abends gemeinsam drinnen sit... wie bitte? Ach so, es gibt hier ja keinen Strom und deshalb abends auch kein Licht. Na gut, dann gehen wir halt alle früh ins Bett.
Gute Nacht!

Gähn! Streck! Gähn lauter! Noch mal strecken, weil - und das ist wirklich klasse - man trainiert hier auf den Feldbetten seinen Rücken schon während der Nacht. Oder, so fühlt es sich wenigstens an. Guten morgen liebe Sonn... Ach so, es regnet immer noch. Macht nichts, ich zieh halt mein Regenzeug erstmal nicht aus. Jetzt erstmal schön die Kaffeemaschine... wie bitte? In Ordnung, die Küchenhexe anschmeißen. Und dann aber mal los. Probe läuft und wir... wie bitte? Wir brauchen Knüppel? Ach so, heißt ja "Knüppelkrieg". Also alle Mann auf die Draisinen und marsch in den Wald, fleißig die Axt geschwungen und noch mal geschwungen und noch mal und... wie bitte? Ach so, klar. Ein bisschen Wald soll stehen bleiben, also hören wir mal lieber auf. Wieder nach Haus oder Zelt oder so und dann bin ich auch schon müde, aber es gibt noch Rehgulasch, und ich bin aber Vegetarier und ein paar andere auch, und deshalb macht unsere schwäbische Regieassistentin auch noch lecker Käsespätzle, und dann ess ich davon sechs Teller, weil die viele frische Luft so hungrig macht und die außerdem wirklich total lecker sind, und dann bin ich glücklich und schlafe, weil die frische Luft auch müde macht, ein.

Gähn! Streck! Nochmal gähn und so weiter und dann regnet es immer noch und wir können nicht proben, weil uns sonst die Planen - das erklär' ich später noch... wie bitte? Ach so! Nee, das erklär ich nicht, da müsst Ihr Euch einfach die Vorstellung anschauen - also, weil uns sonst die Planen wegschwimmen, können wir nicht proben. Macht aber nichts, weil wir nette Nachbarn haben (aus der Zukunft: Mit Strom und so!), also proben wir in deren Scheune. Schön trocken! Und dann sind wir alle irgendwann schon wieder müde, aber der Jens zwingt uns noch mal bei Windstärke 9 und Sintflut und Dunkelheit - ist vielleicht ein wenig... aber Ihr wisst ja: Übertreibung macht anschaulich! - ein bisschen Klüvstockspringen zu üben und dann sind wir richtig müde und schlafen ein.

Gähn! Streck! Alles aufstehen, wir bauen die Zelte ab bevor es reg... Wie bitte? Ach so, es regnet noch. Also das Lager im Regen abbrechen, alles verstauen, noch mal durchwischen und ab nach Geestenseth. Zelte zum Trocknen aufhängen, Regenzeug ausziehen und jetzt ist aber auch mal Wochenende und ich fahre auf direktem Weg nach Hamburg und genieß in vollen Zügen Betonwüste, Verkehrslärm und Neonlichter. Endlich!

Aber wir haben viel geschafft.
Ehrlich!

 
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